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Umschlag Was ist Leben?
Vorwort Was ist Leben? Mit
den Augen des
Systemtheoretikers...
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Flüchtlingskrise: Das
Migrations- und...
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Umschlag Die egoistische
Information
Vorwort Die egoistische
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Umschlag Systemische
Evolutionstheorie
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Artikel von Peter Mersch

Was ist Leben? Mit den Augen des Systemtheoretikers betrachtet

Die Flüchtlingskrise: Das Migrations- und Kriminalverhalten von Zuwanderern

Die egoistische Information. Eine Theorie des Lebens

Systemische Evolutionstheorie

Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird

Familienarbeit in gleichberechtigten Gesellschaften

Migräne - Heilung ist möglich

Wie Übergewicht entsteht ... und wie man es wieder los wird

Gesund abnehmen ohne Jojo-Effekt

Klüger werden und Demenz vermeiden

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Mersch Online AGPublikationenBücher von Peter MerschVorwort Was ist Leben? Mit den Augen des Systemtheoretikers betrachtet
Dienstag, 25. September 2018

Was ist Leben? Mit den Augen des Systemtheoretikers betrachtet.

 
Was ist Leben? Mit den Augen des Systemtheoretikers betrachtet

Alles Leben ist absolute und komparative Kompetenzverlustvermeidung. So lautet die physikalisch und systemisch begründbare Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie zum Verhalten von Lebewesen, mit der sich buchstäblich die gesamte belebte Welt rekonstruieren lässt, von den Überlebensstrategien einfachster Lebewesen über das Nachwuchsverhalten in modernen Zivilisationen und die Evolution der Technik bis hin zum Migrationsverhalten von Zuwanderern.

Die Überlegungen und Ausführungen des Buches fußen maßgeblich auf Ideen, Erkenntnissen und Betrachtungen von Peter W. Atkins, Arieh Ben-Naim, Richard Dawkins, Murray Gell-Mann, Eva Jablonka, Daniel Kahneman, Paul Krugman, Erwin Schrödinger, Gerhard Vollmer und anderen. Das daraus resultierende evolutionäre Welt- und Menschenbild ist von Grund auf naturalistisch. Es kommt ohne die Annahme eines Welten- oder Menschenschöpfers aus. Und es steht im Widerspruch zu der in den Sozialwissenschaften auf breite Zustimmung stoßenden antibiologistischen Gleichheitsideologie. Eine Konsequenz aus der Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie ist nämlich, dass Gleichheit für Menschen von eher nachrangiger Bedeutung ist. Stattdessen möchten sie sich gemäß ihren natürlichen Potenzialen frei entfalten können und nicht gegenüber Vergleichsgruppen zurückfallen.

Welt- und Menschenbilder gibt es allerdings viele. Die Vorteile des im Buch präsentierten evolutionären Modells sind sein enormes Erklärungspotenzial und dass es sich wie kaum ein anderes sowohl naturalistisch begründen als auch empirisch belegen lässt.

Independently Published, 2018, ISBN 9781720084419, 408 Seiten, 16,95 EUR

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Norderstedt: Books on Demand, 2018, ISBN 9783744885881, 408 Seiten, 16,95 EUR

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BoD-eBook-Edition (eBook), 2018, ASIN tbd, 8,99 EUR

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Vorwort des Autors (ohne Referenzen)


Alles Leben ist absolute und komparative Kompetenzverlustvermeidung. So lautet die physikalisch und systemisch begründbare Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie zum Verhalten von Lebewesen, mit der sich buchstäblich die gesamte belebte Welt rekonstruieren lässt, von den Überlebensstrategien einfachster Lebewesen über das Nachwuchsverhalten in modernen Zivilisationen und die Evolution der Technik bis hin zum Migrationsverhalten von Zuwanderern. Das angenommene Grundverhalten des Lebens könnte vereinfachend auch als die fundamentale Wechselwirkung des Lebens bezeichnet werden.

Die Überlegungen und Ausführungen des Buches fußen maßgeblich auf Ideen, Erkenntnissen und Betrachtungen von Peter W. Atkins, Arieh Ben-Naim, Richard Dawkins, Murray Gell-Mann, Eva Jablonka, Daniel Kahneman, Paul Krugman, Erwin Schrödinger, Gerhard Vollmer und anderen. Ihnen ganz besonders gebührt mein Dank. Die sehr allgemein formulierten Thesen in Peter W. Atkins Buch Schöpfung ohne Schöpfer werden im Text präzisiert und bestätigt.

In meinen früheren evolutionstheoretischen Arbeiten hatte ich mich noch redlich darum bemüht, die Prinzipien Variation, Reproduktion (beziehungsweise Vererbung) und Selektion der biologischen Evolutionstheorie zu einer generellen Evolutionstheorie zu verallgemeinern, die auch auf soziokulturelle Evolutionen und sonstige evolutionäre Entwicklungen in menschlichen Gesellschaften anwendbar ist. Die meisten mir bekannten alternativen Ansätze schlugen den gleichen Weg ein, hervorzuheben sei der Universelle Darwinismus. Wenn aber alle anderen denselben Weg gehen, neigt man dazu, sich ihnen anzuschließen.

Inzwischen halte ich das ganze Unterfangen für einen Fehlansatz. Und Darwins natürliche Selektion gleich mit dazu.

Lange habe ich vor einem solchen Schritt zurückgeschreckt, kam er mir doch fast wie ein Vergehen vor, immerhin gehörte die natürliche Selektion jahrzehntelang zu den unverrückbaren Fundamenten meines naturalistischen Weltbildes. Doch am Ende musste ich einsehen, dass sie dem wissenschaftlichen Fortschritt in vieler Hinsicht im Wege steht:
  • In seinem Buch Das ist Evolution stellt der Evolutionsbiologe Ernst Mayr die natürliche Selektion als eine Konsequenz aus grundlegenderen Naturannahmen dar. Eine einfache logische Konsequenz kann aber niemals Naturprinzip sein.
  • Die Darwinsche Selektionstheorie (Variation, Reproduktion, Selektion) besitzt bis heute kein physikalisch-systemisches Fundament. Naturalistisch betrachtet hängt sie gewissermaßen in der Luft.
  • Wie sehr ich mich auch bemühte, die generalisierten Evolutionsprinzipien der Systemischen Evolutionstheorie zu präzisieren, es ließen sich stets Beispiele von Populationen finden oder konstruieren, in denen es zwar zweifellos zur Evolution kam, die jedoch nicht den vorgeschlagenen generalisierten Evolutionsprinzipien genügten. In meinen früheren evolutionstheoretischen Büchern merkte ich deshalb bereits skeptisch an, dass sich womöglich niemals sowohl notwendige als auch hinreichende allgemeine Evolutionsprinzipien finden lassen werden.
  • Ganz entscheidend: Die Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie kann als eine natürliche Verallgemeinerung des von Richard Dawkins postulierten Gen-Egoismus aufgefasst werden. Während der Gen-Egoismus gewissermaßen annimmt, dass Lebewesen darum bemüht sind, absolute und komparative Verluste ihrer genetischen Informationen zu vermeiden, behauptet die Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie, dass lebende Systeme dies nicht nur in Hinblick auf ihre genetischen Informationen, sondern verallgemeinernd in Bezug auf ihre (Kern-)Kompetenzen tun.

    Irgendwann fiel mir aber auf, dass ich bei allen praktischen evolutionären Begründungen kein einziges Mal auf die mit so viel Mühe ausformulierten generalisierten Evolutionsprinzipien der Systemischen Evolutionstheorie zurückgreifen musste. Eine Argumentation über die Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie genügte bereits. In der Biologie sieht es nach meiner Einschätzung nicht viel anders aus. Auch da genügt im Allgemeinen ein Bezug auf den Gen-Egoismus.
  • In einigen Wissenschaftsdisziplinen ist es allein deshalb bislang zu keinem evolutionstheoretischen Durchbruch gekommen, weil die Selektionsfrage trotz größter Bemühungen nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Ein Beispiel ist die Population Ecology Theory der Organisationslehre. Ihr zufolge werden erfolgreiche Unternehmen im Rahmen der Unternehmensevolution selektiert, während weniger erfolgreiche scheitern. Tatsächlich existieren aber große Industrien, in denen seit Jahrzehnten eine bemerkenswerte technologische Weiterentwicklung stattfindet, ohne dass einzelne Unternehmen ausscheiden oder neue hinzukommen. Wie im Kapitel Evolution der Technik gezeigt wird, lässt sich die Unternehmensevolution ganz ohne Selektion viel leichter und treffender beschreiben.
Unabhängig davon besitzt die biologische Evolutionstheorie einige konzeptionelle Limitationen und Eigenarten, die ihrer Ausweitung auf menschliche Populationen grundsätzlich im Wege stehen, wie im Abschnitt Limitationen der biologischen Evolutionstheorie erläutert wird.

Der Inhalt des Buches ist in zwei Hauptteile untergliedert. Die Kapitel Leben, Informations- und Wissensentstehung und Beziehung zur biologischen Evolutionstheorie machen den ersten, eher theoretischen Teil aus, in dem die Grundlagen und die Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie dargelegt und begründet werden. Die Ausführungen stellen gewissermaßen das theoretische Fundament des zweiten, eher praktischen Teils dar, zu dem alle restlichen Kapitel (Zivilisation, Konsequenzen für menschliche Gesellschaften, Evolution der Technik, Bevölkerungsentwicklung und Soziale Evolution) gehören. Leser, denen die erforderlichen mathematischen Kenntnisse fehlen oder die sich primär für den Anwendungsteil interessieren, sollten aus dem ersten Teil – das heißt, den ersten drei Kapiteln des Buches – mindestens den einführenden und zugleich zusammenfassenden Abschnitt Leben, Evolution und Entropie und vielleicht noch die Abschnitte Verlustaversion, Gier und Limitationen der biologischen Evolutionstheorie gelesen haben. Alle Endnoten können bei der Erstlektüre übersprungen werden.

Ich habe vor, das Buch in den nächsten Jahren ins Englische übersetzen zu lassen, denn in Deutschland dürften mir bei diesem Thema die Leser fehlen. Hinzu kommt, dass die weitaus meisten Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen oder sich für das Thema interessieren, der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

Letztlich ist das eine unbefriedigende Situation, denn es ist kaum vorstellbar, dass die Menschheit die aktuell anstehenden und sich bereits ankündigenden globalen Probleme wird lösen können, ohne sich auf ein mit den Naturgesetzen kompatibles Menschen- und Weltbild zu stützen.

Das im vorliegenden Buch dargestellte evolutionäre Welt- und Menschenbild ist von Grund auf naturalistisch. Es kommt ohne die Annahme eines Welten- oder Menschenschöpfers aus. Und es steht im Widerspruch zu der in den Sozialwissenschaften auf breite Zustimmung stoßenden antibiologistischen Gleichheitsideologie, der zufolge alle Menschen von Natur aus gleich sind und nach sozialer Gleichheit streben. Eine Konsequenz aus der Grundannahme der Systemischen Evolutionstheorie ist dagegen, dass Gleichheit für Menschen von eher nachrangiger Bedeutung ist. Stattdessen möchten sie sich gemäß ihren natürlichen Potenzialen frei entfalten können und nicht gegenüber Vergleichsgruppen (Peergroups) zurückfallen.

Welt- und Menschenbilder gibt es allerdings viele. Die Vorteile des im Buch präsentierten evolutionären Modells sind sein enormes Erklärungspotenzial und dass es sich wie kaum ein anderes sowohl naturalistisch begründen als auch empirisch belegen lässt. Ob es sich um die Konsequenzen aus dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Abschnitt Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik), die Abwärtskompatibilität zum biologischen Gen-Egoismus (Abschnitt Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik und Abschnitt Selektion (Differentielle Reproduktion) ), die von Kahneman und Tversky festgestellte menschliche Verlustaversion (Abschnitt Verlustaversion), das in modernen Industrienationen beobachtbare menschliche Fortpflanzungsverhalten (Abschnitt Fertilitätstheorien), das von Paul Collier prognostizierte Migrationsverhalten (Abschnitt Migrationsgründe und -verhalten), die Schweigespirale gemäß Noelle-Neumann (Abschnitt Schweigespirale) oder die Organisation eusozialer Staaten in der Natur (Abschnitt Eusozialität) handelt, es passt alles zusammen.

Saasen, im September 2018



Peter Mersch



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